Ein Blick zurück: 2006, ich glaube wirklich das beste Jahr, das ich erleben durfte. Ich meine überlegt mal was da alles passiert ist. Die Fußball WM demontierte die gesamte Nation, es gab Prima Wetter, die Gorillaz bringen ihr Demon Days raus, Fluch der Karibik 2 lief im Kino und im Winter kam die, die gesamte Branche erschütternde, Wii auf dem Markt. Und woher wusste der kleine Jonas das? Genau, von der damaligen E3, die war damals nämlich noch viel bedeutender als heute, so weit wie man immer glaubt, war das Internet da auch noch nicht. Youtube gibt es erst seit 2005. Erinnert sich eigentlich noch jemand an Google Video? Neuigkeiten über den heißen Scheiß in der Spielewelt gabs meist am Kiosk oder eben zur E3 im Livestream. Bewegungssteuerungen waren damals noch etwas völlig neues, da ist es kein Wunder, dass Nintendos damalige Pressekonferenz kollektiv Köpfe platzen lassen ließ, die Möglichkeiten schienen unbegrenzt. Und gleichzeitig gabs dann noch die berühmte Sony Pressekonferenz, die mitlerweile Kultstatus geniesst und sich in das kollektive Gedächtnis des Internets eingebrannt hat. Riiiiiiiiiiiidge Raaacer, die Giant enemy Crab based on history, alles Highlights der aktuellen Zeitgeschichte. Der Punkt ist, was damals auf der E3 passiert ist, ging den Leuten erstmal ein Jahr lang nicht mehr aus dem Kopf, das waren die neuen Infos, das war die Woche aus der sich der gesamte Hype eines Jahres zog. Heute gibts Livestreams und große Ankündigungen alle 2 Tage, es braucht einfach keine Messen mehr. Alles ist zu schnell geworden, man sieht sich im kleinen verregneten Autofenster sich selbst überholen. Spielemessen haben leider an Berechtigung und Exklusivität verloren, heute gibts neue Gameplay Videos zu allen Titeln an jeder Ecke, da muss man nicht extra nach L.A. fliegen. Und doch freut sich gefühlt das gesamte Interwebs auf die nächste E3 und am Ende sind dann wieder alle enttäuscht, weil es wieder keine großen Überraschungen gab.
Irgendwie ist gerade die Situation in Deutschland am paradoxesten, einmal in Jahr werden die Spiele von der gesamten Nation gefeiert, alle lieben die Gamescom. Naja, bis auf RTL vielleicht. Aber gleichzeitig ist das ach so kindische Spielen, doch nirgendwo so belächelt wie hier. Natürlich schaut Angela Merkel Filme, hört Musik oder liest ein Buch, aber Gnade dir Gott, wenn sie ein Videospiel anfassen würde. Dann kollabiert Deutschland. So was geht einfach nicht. Bullshit ist das, es kann doch nicht sein, dass in Deutschland alle so engstirnig sind. Denkt man mal genauer darüber nach, dann ist das Videospiel die logische Konsequenz von 2000 Jahren Kulturgeschichte, die Verbindung aller populären Medien, die Grenzen von Bild, Ton und Konsumenten verschmelzen. Ich glaube Leonardo da Vinci wäre Gamer gewesen.
Das ist mein Ernst.



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